Anatomie des Auges

Das Auge hat etwa die Grösse eines Tischtennisballs und ist einer Zwiebel ähnlich aufgebaut. Die Ummantelung wird von der weissen Lederhaut gebildet, welche vorne in die lichtdurchlässige Hornhaut übergeht.

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Querschnitt durch die mehrschichtige Hornhaut mit TränenfilmDer Tränenfilm besteht aus drei wesentlichen Hauptbestandteilen. Der ölige Anteil bildet den Abschluss nach aussen und hemmt die Verdunstung der Flüssigkeit, der wässerige Anteil dient dem Wegspülen von Fremdkörper und Stoffwechselabfallprodukte und der muköse Anteil glättet und benetzt die unregelmässige Augenoberfläche beim Lidschlag. Zahlreiche Proteine übernehmen wichtige Abwehr- und Ernährungsfunktionen. Natürliche Prozesse regulieren den Säure-/ Basehaushalt der Tränenflüssigkeit. Eine Vielzahl von essentiellen Salzen beeinflusst den Stoffwechsel der Hornhaut. Störungen in der Zusammensetzung und Menge der Tränenflüssigkeit haben einen nachhaltig negativen Einfluss auf den Tragkomfort mit Kontaktlinsen.
 
Die durchsichtige Hornhaut (Cornea) ist mehrschichtig aufgebaut. Das Epithel mit mehreren Zelllagen bildet den Abschluss nach aussen und bietet eine starke Barriere gegen das Eindringen von Mikroorganismen. Sein dichter Zellverband wird dank reger Zellteilung laufend erneuert. Die anschliessende dünne Bowman Membrane dient der wichtigen physikalischen Festigkeit. Das Stroma, bestehend aus gleichgerichteten Fibrillen und sensiblen Nervenfasern, gibt der Hornhaut die nötige optische Stabilität. Die chemisch beständige Descemet Membrane und das Endothel, mit einer einzigen, lebenslang bestehenden Zelllage, bilden den Abschluss zum Inneren des Auges. Das Endothel  übernimmt dabei wichtige Stoffwechselfunktionen.
 
Damit der Stoffwechsel und damit die Transparenz der Hornhaut aufrechterhalten werden kann, besteht ein sehr hoher Energiebedarf. Der dafür notwendige Sauerstoff gelangt von Aussen über die Tränenflüssigkeit, von Innen über das Kammerwasser zum Gewebe. Im Zusammenhang mit Kontaktlinsen ist deshalb eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und Biokompatibilität des Materials erstrangig.

Unter der Lederhaut liegt die Aderhaut, welche mit ihren vielen Blutgefässen das Auge mit Nährstoffen versorgt. Die Aderhaut geht vorne in die Iris, welche uns auch als Regenbogenhaut bekannt ist, über. Die Iris können wir von vorne als den farbigen Teil des Auges erkennen. Sie übernimmt die Funktion einer Blende und regelt so den Lichteinfall in das Auge. Direkt dahinter liegt die Augenlinse, welche das durch die Pupille einfallende Licht durch den Glaskörper, einer eiweissähnlichen Substanz, auf die hinten liegende Netzhaut abbildet.

Die Netzhaut (Retina) besteht aus Sehzellen, welche das Licht in elektrische Impulse umcodiert und via Sehnerven ins Hirn weiterleitet. Die Netzhaut hat zwei besondere Stellen. Die Netzhautgrube ist der Ort des schärfsten Sehens. Sie liegt direkt gegenüber der Pupille. Die zweite Besonderheit ist der "Blinde Fleck". Der blinde Fleck ist, von der Netzhautgrube her gesehen, etwas zur Nase hin versetzt. Es handelt sich um den Ort, wo die Sehnerven aus der Netzhaut austreten und wo keine Sehzellen vorhanden sind.

Anatomischer Überblick des Auges