Refraktive Chirurgie

Refraktive ChirurgieAls refraktive Chirurgie wird die medizinisch-chirurgische Korrektur einer Fehlsichtigkeit bezeichnet.

Die refraktive Chirurgie ist unter Abwägung aller Risiken vor allem in jenen Fällen überlegenswert, wo eine optische Korrektur notwendig ist und die Anwendung einer Brille oder von Kontaktlinsen kein optimales Resultat ermöglicht.

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Die Refraktive Chirurgie ist die operative Korrektur einer Fehlsichtigkeit. Grundsätzlich unterteilt sich die refraktive Chirurgie in die Hornhautchirurgie (LASER – Behandlung) und die Implantatchirurgie. Diese unterteilen sich wiederum in verschiedene Methoden wie z. B. PRK, Lasik, bei Laserbehandlung und Vorderkammer– oder Hinterkammerimplantat  bei der Implantats - Chirurgie.

Die Frage, welches Verfahren im einzelnen Fall am geeignetsten ist, hängt von den individuellen anatomischen, physiologischen, optischen und medizinischen Voraussetzungen ab. Es gibt also nicht eine einzige «beste» Methode, sondern nur die jeweils beste im konkreten Fall. Jeder operative Eingriff in den menschlichen Körper ist mit gewissen Risiken verbunden und eignet sich nicht für jede Person. Die gewissenhafte Wahl der Klinik ist eine unabdingbare Voraussetzung für diesen Schritt.

Laserbehandlung

Die Laserbehandlung wird ausschliesslich an der Hornhaut durchgeführt.

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Je nach Behandlungsort unterscheiden sich die angewandten Methoden in subepithelial (PRK, Lasek, EPI - Lasik) und interstromal (Lasik).

Die LASER - Korrektur erfolgt an der Hornhaut des Auges. Mittels LASER-Strahl wird die  Hornhaut entsprechend der gegebenen Fehlsichtigkeit modelliert:
Laserbehandlung

PRK / Lasek / EPI - Lasik

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Die subepitheliale Laserbehandlung ist die ursprüngliche Behandlungsmethode und wird seit 1982 durchgeführt. Vor der Laserbehandlung erfolgt ein chemischer (PRK / Lasik) oder mechanischer Abtrag (EPI-Lasik) der Hornhaut - Aussenschicht (Epithel). Dank der natürlichen Regenerationstendenz der menschlichen Hornhaut schliesst sich die so entstandene Wunde innert Tagen von selbst. Die Aussenfläche der Hornhaut ist nach mehreren Verheilzyklen wieder im ursprünglichen Zustand. Infolge der mehrtägigen Wundheilungsphase sind diese Methoden durch Unbehagen in den ersten Tagen und eine langsamere Sehleistungsverbesserung in den ersten Wochen gekennzeichnet. Sie werden daher nur bei dünnerer Hornhaut, d. h., wenn eine Lasik nicht möglich ist, als auch bei geringen Fehlsichtigkeiten empfohlen.

Bei PRK / LASEK / EPI-LASIK wird die Aussenhaut (Epithel) der Hornhaut mittels Alkohol (PRK / LASEK) aufgelöst oder mittels stumpfer Klinge (EPI-LASIK) abgeschabt.
Im zweiten Schritt erfolgt die Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels EXCIMER-LASER:

PKR / Lasek / EPI - Lasik

Lasik

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Bei der Lasik-Methode bleibt die Hornhaut - Aussenhaut (Epithel) intakt. Mittels eines Mikrokeratoms ( mechanischem Präzisionshobel oder FEMTO-LASER ) erfolgt ein feiner Einschnitt in die etwas tiefere Hornhautschicht. Der so erzeugte Hornhautlappen (Lamelle) wird zurückgeklappt und anschliessend modelliert der Laserstrahl die freigelegten, tieferen Hornhautschichten entsprechend der notwendigen Korrektur. Schliesslich wird das Hornhautläppchen zurückgelegt und wächst von selbst wieder an. Die Aussenhaut (Epithel) bleibt bei dieser Behandlungsart intakt.

Dank der kurzen Heilungszeit und geringen Schmerzempfindung ist die Lasikbehandlung heute der weltweit am häufigsten durchgeführte refraktiv – chirurgische Eingriff.

Bei der LASIK wird mittels Mikrokeratom  (oszillierende Klinge) eine feine Lamelle (Deckel) erzeugt. Im zweiten Schritt erfolgt die Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels EXCIMER-LASER:
Lasik

Bei der FEMTO-LASIK wird mittels FEMTO-LASER eine feine Lamelle (Deckel) erzeugt.
Im zweiten Schritt erfolgt die Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels EXCIMER-LASER:

FEMTO-Lasik

Implantate

Bei einer sehr hohen Fehlsichtigkeit kann der Sehfehler nicht mehr mit Laser korrigiert werden. Zur Korrektur von sehr hohen Fehlsichtigkeiten werden deshalb intraokulare Linsen verwendet. Das sind spezielle Linsen, die entweder zusätzlich oder aber anstelle der natürlichen, körpereigenen Linse ins Augeninnere eingesetzt werden.

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Bei der IMPLANT-Korrektur werden kleine, unsichtbare Kunstlinsen im vorderen Augenbereich eingesetzt. Die natürliche Augenlinse wird belassen. Je nach Positionierung des Implantates im vorderen Augenabschnitt unterteilt sich dieser Teil der refraktiven Chirurgie in Vorderkammerimplantate (Implantat vor der Iris), Hinterkammerimplantate (Implantat hinter der Iris) und Phakeimplantate (Implantat anstelle der natürlichen Augenlinse).

Vorder- und Hinterkammerimplantat

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Diese Implantate bestehen aus einem hauchdünnen, sehr flexiblen Kunststoff (Collamer TM), welcher eine ausgezeichnete Gewebeverträglichkeit aufweist. Sie sind praktisch unsichtbar und nicht spürbar und werden über eine kleine, etwa 2.5 mm breite Öffnung vor oder hinter der Iris platziert.

Implantate können auch gleichzeitig eine allfällige Hornhautverkrümmung mitkorrigieren. Sie besitzen eine sehr genaue Vorhersagbarkeit des operativen Erfolges und der Eingriff kann, falls notwendig, auch rückgängig gemacht werden.

Vorderkammerimplantat          Hinterkammerimplantat

Implantat bei Katarakt

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Im Unterschied zu den vorgängig beschriebenen Implantaten wird hier die durch den grauen Star getrübte, körpereigene Linse durch eine klare, unsichtbare Kunstlinse ersetzt. Die Kataraktoperation ist heute der häufigste am Menschen durchgeführte chirurgische Eingriff. Die bei den Implantaten verwendeten Materialien zeichnen sich durch eine hervorragende Gewebeverträglichkeit aus. Sie werden seit über 20 Jahren klinisch erfolgreich verwendet.

Implantat bei Katarakt

Intracorneale Ringsegmente

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Intracorneale Ringsegmente sind Hornhautimplantate. Ihr grosser Vorteil besteht darin, dass Personen mit einem so genannten Keratokonus (irreguläre Hornhautverkrümmung) die Möglichkeit haben, ihre Sehkraft wesentlich zu verbessern und im Idealfall ohne Kontaktlinsen zu leben. In der Regel ist ein Sehen mit Brille wieder möglich.

Dank der FEMTO - Technik können zwei halbkreisförmige Kanäle in die Hornhaut präpariert werden. Je nach Korrekturbedarf werden ein bis zwei bananenförmige Ringsegmente in diese Kanäle eingeschoben. Durch die damit bewirkte Spannung flacht der zentrale Teil der Hornhaut ab und korrigiert auf diese Weise den Brechungsfehler - und vor allem auch die asymmetrische Hornhautverkrümmung.

Intracorneale Ringsegmente         Intracorneale Ringsegmente

Die in der Hornhaut integrierten Ringsegmente bewirken durch eine mässige Spannung eine Glättung der Hornhaut und somit eine Sehverbesserung. Eine Heilung des Keratokonus ist nicht gegeben. Die Behandlung ermöglicht in den meisten Fällen eine Wiederverwendung der Brille.

Corneale Ringsegmente mit weicher  Kontaktlinse zur Korrektur des Restfehlers

Crosslinking bei Keratokonus

Stabilisierung der Hornhaut mittels CrosslinkingCrosslinking (Quervernetzung) ist eine Methode zur mechanischen Stabilisierung von Geweben. Crosslinking bewirkt eine erhöhte Zahl von Quervernetzungen zwischen den Fasern eines Gewebes. Dies ist vergleichbar mit einem Netz, das zusätzliche Verstrebungen erhält und dadurch mechanisch stabiler wird.

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Ziel dieser Behandlung ist es, die bei Keratokonus charakteristische Vorwölbungstendenz der Hornhaut zu stabilisieren. Die Erkrankung kann also nicht rückgängig gemacht, sondern im besten Fall "eingefroren" werden. Dazu wird die Hornhaut mit kurzwelligem UV-Licht und gleichzeitiger Einwirkung eines Wirkstoffes bestrahlt. Sollte später aus irgendwelchen Gründen eine Hornhaut- Transplantation notwendig werden, so kann diese jederzeit durchgeführt werden.

Hornhauttransplantat

Bei einer Hornhauttransplantation wird die eigene nicht mehr funktionstüchtige Hornhaut durch eine Spenderhornhaut ersetzt.

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Aufsetzen des TransplantatesDies wird notwendig, wenn nach Verletzungen oder Erkrankungen die Hornhaut vernarbt und ein Sehen verunmöglicht oder bei hochgradigem Keratokonus, wo eine Versorgung mit Kontaktlinsen nicht mehr möglich ist.

In der Regel sind Transplantate nach 10 - 20 Jahren zu erneuern. Transplantate von Hornhautspendern sind Mangelware. Das Hinauszögern einer Hornhauttransplantation ist deshalb anzustreben. Die neuste Behandlungsmethode des Crosslinkings bietet in vielen Fällen die Möglichkeit, das Fortschreiten der Verwölbungen unter Umständen für eine gewisse Zeit "einzufrieren".

Fertig vernähtes Transplantat